Der Verein Sport- und Freizeitförderung Lindenberg, die IDEE SEETAL und der Regionalplanungsverband Oberes Freiamt haben im Herbst 2025 gemeinsam ein Projekt zur Entwicklung eines attraktiven, sicheren und gelenkten Mountainbike-Angebots rund um den Lindenberg lanciert. Das Vorhaben wird im Rahmen der Neuen Regionalpolitik (NRP) von Bund und Kantonen unterstützt. Ziel ist es, ein nachhaltiges Angebot zu schaffen, das die regionale Lebensqualität stärkt, die Naherholung gezielt lenkt und die unterschiedlichen Interessen im Raum Lindenberg berücksichtigt.
Der Lindenberg, der landschaftlich reizvolle Hügelzug zwischen dem Luzerner Seetal und dem Aargauer Freiamt, ist ein beliebtes Naherholungsgebiet. Gleichzeitig fehlt in der Region bislang ein legales und attraktives Trailnetz für Mountainbikerinnen und Mountainbiker. Dies führt dazu, dass heute inoffizielle Wege genutzt werden. Daraus entstehen Konflikte zwischen verschiedenen Anspruchsgruppen – darunter Wandernde, Jagd, Forstwirtschaft und Naturschutz – und es können Belastungen für Natur und Erholungsqualität entstehen.
Mit dem Projekt soll ein Angebot entstehen, das Mountainbike-Aktivitäten auf geeignete Wege lenkt und damit zu mehr Sicherheit, Klarheit und gegenseitiger Rücksichtnahme beiträgt. Die Projektsteuerung bestehend aus Vertretenden aus Gemeinden, Regionalplanung, Jagd und Mountainbike setzt dabei bewusst auf ein mehrstufiges und breit abgestütztes Verfahren. Interessenvertretende aus den Bereichen Wald, Mountainbike, Jagd, Naturschutz, Tourismus, Landwirtschaft, Grundstückeigentümer und Gemeinden werden schrittweise in mehreren Mitwirkungsrunden in die Planung einbezogen.
Im Januar 2026 wurden Interessenvertretende aus allen Bereichen eingeladen. Sie wurden ausführlich über das Vorhaben informiert und konnten sich im Rahmen von Workshops erstmals einbringen. Dank über 100 Rückmeldungen konnte anschliessend eine umfassende Raumanalyse durchgeführt werden. Auf dieser Grundlage hat das spezialisierte Planungsbüro BikerNetzwerk AG einen ersten Entwurf für ein mögliches Mountainbike-Wegnetz erarbeitet.
Dieser Entwurf wurde bis Ende Juni 2026 von drei Begleitgruppen, bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern der Forstwirtschaft, der Jagd sowie der Mountainbike-Community, ein erstes Mal kommentiert. Die Rückmeldungen fliessen nun in die weitere Ausarbeitung ein. Die Projektsteuerung hat sich bewusst für dieses Vorgehen entschieden. Für die nächsten Prozessschritte soll ein fachlich abgestütztes, realistisch prüfbares Wegnetz vorliegen.
Neben der Linienführung des künftigen Mountainbike-Wegnetzes werden im weiteren Projektverlauf auch die betrieblichen und rechtlichen Rahmenbedingungen geklärt. Dazu gehören unter anderem Fragen zur Signalisation, zum Unterhalt sowie zum Verhalten und zu Sicherheitsaspekten im Betrieb.
Im September 2026 werden die 16 Gemeinden, welche sich finanziell an der Planung beteiligen, über die Zwischenresultate informiert. Anschliessend werden Grundeigentümerinnen und Grundeigentümer, die potenziell von der Planung betroffen sind, in den weiteren Prozess einbezogen. Gemeinsam mit ihnen sowie mit den weiteren Interessenvertretenden wird das Wegnetz in einer nächsten Mitwirkungsrunde weiter konsolidiert.
Die Projektleitung beabsichtigt, im Frühling 2027 den kantonalen Stellen ein abgestimmtes Mountainbike-Wegnetz zur Vorprüfung einzureichen. Damit soll eine wichtige Grundlage geschaffen werden, um das Mountainbike-Ange-bot am Lindenberg künftig legal, naturverträglich und konfliktarm weiterzuentwickeln.